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Prozess des Wiederlesbarmachens

Die Kombination von Aufnahmetechnik, Beleuchtung, Filter und nachfolgender Bildverarbeitung ermöglicht eine Wiederherstellung der Lesbarkeit feuer- oder wassergeschädigter sowie verblasster Schriftstücke.
Durch die Verwendung von für die jeweilige Schadensart der Originalfragmente geeigneten Lichtspektren kann eine Multispektraldigitalisierung mit optimalem Kontrast durchgeführt werden. Bei Brandschäden ist hierfür eine Beleuchtung im sichtbaren und infraroten Bereich des Lichts geeignet, bei Löschwasserschäden der Einsatz von Beleuchtung im sichtbaren und ultravioletten Bereich.
Zur Interpretation der erfassten digitalen Bilddaten werden nachfolgend automatisierte Prozesse der Bildverarbeitung und Mustererkennung eingesetzt. Die Herausstellung der textuellen Informationen kann hierbei beispielsweise mittels einer Trennung von Vorder- und Hintergrundinformationen oder einer Verbesserung des Text-Hintergrund-Kontrastes erfolgen.
Hierdurch wird es ermöglicht, Textinformationen automatisch aus dem optimierten Digitalisat zu extrahieren und vom Hintergrund zu separieren, wodurch der bestehende Textverlust in den Originaldokumenten in den meisten Fällen digital ausgeglichen werden kann.
Abschließend können die Bildverarbeitungsergebnisse der digital wiederlesbar gemachten Schriften für die wissenschaftliche Weiternutzung oder die öffentliche Präsentation visualisiert werden. So können diese grafisch auf neutralem Hintergrund dargestellt oder für eine Detailansicht ausschnittweise vergrößert werden. Zudem besteht die Möglichkeit die wiederhergestellte Schrift über das beschädigte Original zu blenden.
Der Prozess der Wiederherstellung der Lesbarkeit wurde bereits bei brand- und löschwassergeschädigten Notenhandschriften in einem Projekt mit der Klassikstiftung Weimar/ Herzogin Anna Amalia Bibliothek angewandt.

Artikel zum Thema: Mönch, R. (2014, August 17). Mozart aus der Asche gelesen. Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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